03. August 2011

Busfernverkehr in Deutschland – der erste Schritt ist getan

Aus aktuellem Anlass schiebe ich mal einen Blogpost zwischen die Musik, der thematisch in eine andere Richtung geht.

Heute melden die Nachrichten, dass im neuen Jahr die von der EU angemahnte Liberalisierung im deutschen Busfernverkehr endlich in Kraft tritt. Zumindest ein Teil davon. Die neugestaltete Regelung hält nur Verbindungen ab 50 Kilometer für “prinzipiell genehmigungsfähig”. Mir wäre eine generell freie Marktgestaltung zwar lieber gewesen – aber es ist zumindest ein Schritt in die richtige Richtung. Die Bahn wird freilich nun ein Problem haben… und das ist auch gut so. Konnte sie in der Vergangenheit doch lästige Wettbewerber auf der Straße aufgrund eines Vorrechtsgesetzes aus den 1930er Jahren einfach wegklagen. Auf diese Weise musste man Kunden natürlich nicht mit einer attraktiven Preispolitik locken – oder gar (Hilfe!!) Service!! Wohin diese Bevorzugung der Bahn führte, kann man unter anderem an ihrem heutigen Zustand ausmachen. Das immer noch de facto Staatsunternehmen konnte finanzielle Ressourcen in Managergehälter oder Prestigeprojekte stecken – anstatt in Strecken, Rollmaterial oder Kundenfreundlichkeit zu investieren. Konkurrenz gab es ja quasi so gut wie nicht. Und die einzigen Busse, die per Sondergenehmigung im Verkehr von und nach Berlin rollten, fuhren unter der Flagge der – Überraschung! – bahneigenen Bustocher BEX.

Aus diesem Grunde versuchte die Bahn auch vor einigen Wochen noch, den lästigen Floh im Pelz, die Bus-Mitfahrzentrale deinbus.de von Markt zu klagen – um nach der unvermeidlichen Liberalisierung selbst freie Fahrt zu haben. Dass sich dabei der Verteidiger der Bahn in lustige Widersprüche verstrickte, in dem er DeinBus wechselweise, je nach Strategie, mal als Linien- dann wieder als Gelegenheitsverkehr bezeichnete, trug eher zur allgemeinen Erheiterung bei. Auf jeden Fall wird sich nun die Bahn um ihre Strategie Gedanken machen müsssen. Denn der schwarz-gelben Regierung blieb nichts anderes übrig, als dies nun auf den Weg zu bringen – nachdem man so großspurig tönte, man wolle gegen Kartelle und Monopole vorgehen. Da muss man natürlich auch vor der eigenen Türe kehren. Erst recht, wenn die EU schon anklopft.

Und dennoch gibt es dann wieder latente Bahntreue wie Herrn Axel Weiß aus der Umweltredaktion des SWR, der in einem Kommentar schon 12-spurige Autobahnen in Deutschland oder alternativ kilometerlange Staus auf den Straßen prophezeit. Ich gebe ihm zwar in soweit Recht, dass die Situation der Bahn in Deutschland deutlich und massiv verbessert werden muss… aber dies hätte schon vor langer, langer Zeit geschehen sollen. Nicht erst jetzt, wenn die Bahn unter Druck gerät und um die Kunden werben muss. Das ist schon vor Jahren versäumt worden – und deswegen nun über die Liberalisierung zu schimpfen und die arme Bahn zu bedauern, ist einfach nur fehl am Platz. Wie bereits erläutert, war die Bahn in der Vergangenheit mit ihren Mitbewerbern nicht gerade zimperlich.Und sein Satz “Bahnsparpreise und Buspreise liegen so weit auseinander nicht…”, löst bei mir nur latentes Unverständnis aus. Von Stuttgart nach Berlin zahle ich mit Bahn-Sparpreis (den ich Monate im Voraus buchen muss) 70 bis 90 Euro. Der Normalpreis ist 129 Euro. Mit dem Bus könnte ich theoretisch für ca. 25 Euro fahren. Wo ist da die Verhältnismäßigkeit und die “Nähe” der Preise?

Im Übrigen gibt es im europäischen Ausland längst etablierten nationalen Busfernverkehr – und ich kann in keinem ein solches Horrorszenario erkennen, wie es Herr Weiß beschreibt. Insofern kann der Reisende von der Liberalisierung nur profitieren – und für die Bahn ist es endlich mal ein Wecksignal, die Kunden wieder durch Qualität an sich zu binden. Mal schauen, ob sie den Wink mit dem Zaunpfahl versteht.

09. Februar 2011

Bezirksbeiratssitzung in Stammheim

Nachdem der Stammheim-Blog die Tagesordnung der gestrigen öffentlichen Sitzung des Stammheimer Bezirksbeirats bekanntgab, war mein Interesse geweckt. Sollte es doch auch um Verkehrsthemen und den ÖPNV in und um Stammheim gehen. Als Verkehrspirat entschloss ich mich dann kurzfristig, dieser Sitzung in der Schloßscheuer beizuwohnen. Auch mit dem Hintergedanken, nochmal auf die suboptimale Situation mit der neuen Ampelkreuzung an der Heutingsheimer Straße hinzuweisen. Dies hatte ich vergangenen Sommer schonmal in einem kurzen Gespräch mit unserer Bezirksvorsteherin Tina Hülle (CDU) thematisiert. Damals schon empfand ich sie als sehr offen und bürgernah – ein Eindruck, der sich bei der Bezirksbeiratssitzung bestätigen sollte. Erstaunlich war ihr Ausspruch während der Sitzung “Vertrauen schafft man durch Offenheit und Transparenz.” – ich war kurz davor, ihr einen Parteiwechsel nahezulegen. ;-)

Thematisch ging es dann tatsächlich viel um Verkehrsfragen. Sehr gut hierbei, dass endlich gefordert wird, die Buslinie 99 (Zuffenhausen – Schlotwiese – Stammheim) auch sonntags verkehren zu lassen. Kopfschütteln meinerseits dagegen dann beim Thema Tempo 60 auf der B10 zwischen Ausfahrt Stammheim und der Autobahnanschlussstelle Zuffenhausen. Und immer wieder musste ich mich zurückhalten, nicht aus Versehen reinzureden oder gar mit abzustimmen – die Diskussions- und Partizipationskultur, die ich aus Sitzungen der Piratenpartei gewohnt bin, ist halt doch eine andere. :-D

Kurze Querelen kamen dann beim Thema des Grundstückstauschs zwischen Stammheim und Kornwestheim auf, als ein FDP-Mitglied nähere Informationen zu einem eventuell geplanten Moscheebau auf Kornwestheimer Gemarkung an der Stammheimer Grenze wollte. Dabei drückte er sich doch etwas ungeschickt aus, so dass ihm der Rest der Runde nahelegte, mehr Toleranz walten zu lassen. Er räumte danach selbst jedoch die Vorwürfe aus. Sehr schön auch bei dieser Gelegenheit zu beobachten, dass auch Stammheim ein sehr offener Stadtteil ist, quer durch alle Fraktionen gab es diesbezüglich keine Einwände. Jemand warf sogar ein, dass ein schöner Moscheebau den Eingang zu Stammheim optisch aufwerten könnte.

Nach Beendigung der Tagesordnungspunkte kam das Publikum zu Wort – auch mein Anliegen wurde gehört. Und siehe da: Dem Bezirksbeirat ist das Problem bekannt und man bemüht sich nun um einen Ortstermin mit dem Tiefbauamt, zu dem ich auch eingeladen werde.

Insgesamt lässt sich sagen, dass es sich gelohnt hat, anwesend zu sein. Man bekommt vieles doch früher mit als andere und kann Einblicke in die politische Arbeit im Stadtbezirk gewinnen. Ich werde in Zukunft, sofern es mir zeitlich möglich ist, öfters anwesend sein – und kann es nur jedem Stammheimer auch empfehlen.

27. Februar 2010

Familienkutsche mit kräftig Power

Immer mal wieder spiele ich mit dem Gedanken, mir einen VW Bus zuzulegen. Zwar ist der T3 mein absoluter Favorit, aber wer könnte zu dem Exemplar, das das Automagazin “Grip” (RTL 2) letztes Jahr vorgestellt hat, nein sagen? Man stelle sich folgendes Szenario vor: Man fährt mit einem reinrassigen Sportwagen jenseits der 200er-Marke auf der linken Spur der Autobahn, bis von hinten ein VW Bus anrauscht und mittels Lichthupe um Platz bittet. Das wäre machbar mit eben jenem Sondermodell, der in diesem kleinen Filmchen hier zu sehen ist – und ein Rennen gegen einen Porsche Cayenne Turbo S fährt. Anschauen und staunen. Leider hält mich der hohe Preis doch von einer Anschaffung ab.

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