08. März 2011

Top 5 Live-Alben

Immer mal wieder werde ich gefragt, was meine Lieblings-CD’s sind. In den letzten Jahren kaufe ich eigentlich nur noch Live-CD’s, daher gehören meine Favoriten auch zu dieser Kategorie. Also hier mal meine Top 5 für den Blog:

Genesis - Live Over Europe
Platz 1: Genesis – “Live Over Europe”

Die Perlen der Reunion-Tour von Genesis im Jahr 2007. Eine epische Breite aus dem kompletten Lebenswerk der Band. Von der Progressive Rock Zeit bis zur Pop-Ära ist alles vertreten. Laute, schnelle, lange Nummern und emotionale Balladen. So abwechslungsreich ist sonst kein Livealbum!

Anspieltipp: Domino




Platz 2: Die Fantastischen Vier – “MTV Unplugged”

Die Fantas gehören zu den deutschen Bands, denen die Ehre eines MTV Unplugged zuteil wurde. Und dafür ließen sie sich was Besonderes einfallen: Sie spielten ein Konzert in der Balver Höhle. Und wie Hip-Hop unplugged funktioniert, zeigen die Stuttgarter Pioniere eindrucksvoll. Hip-Hop meets Jazz.

Anspieltipp: Weiter als du denkst



Platz 3: Clueso – “Clueso & Stüba Philharmonie”

Der Erfurter ging mit der STÜBA Philharmonie auf Tour. Und genau dieses Orchester unterlegt die souligen Tracks von Clueso mit genialen Klangteppichen.

Anspieltipp: Jede Stadt



Platz 4: Herbert Grönemeyer – “Stand der Dinge”

Wenn es um Livemusik geht, darf Gröni nicht fehlen. Auch er spielte mit einem Sinfonieorchester – nämlich auf der Weltausstellung “Expo 2000″ in Hannover. Heraus kam “Stand der Dinge” – mit einem schönen Querschnitt seiner bis dato besten Tracks.

Anspieltipp: Schmetterlinge im Eis



Platz 5: Schiller – “(Live er)Leben”

Ein Livealbum von einem Elektrokünstler? Geht nicht? Geht doch! Christopher von Deylen alias Schiller geht immer wieder erfolgreich auf Tour und mischt elektronische mit akustischen Instrumenten. Eine grandiose Light-Show und hervorragende Gesangs-Gäste gibts dazu. Und dieses Ambiente wurde auf der Live-CD eingefangen.

Anspieltipp: Dream Of You

05. Februar 2010

Gestatten: Staat. Hehler von Beruf.

Viel wurde bereits gesagt, geschrieben und diskutiert über die CD mit Daten potentieller Steuersünder, die der Bundesregierung angeboten wurde. Quer durch fast alle Parteien gibt es dazu konträre Meinungen – so auch natürlich innerhalb der Piratenpartei. Während sich die Parteispitze per Pressemitteilung klar gegen den Kauf ausspricht, bekennen auch hier einzelne Mitglieder wie z.B. Jörg Tauss ihr Einverständnis mit diesem Vorhaben.

Ich persönlich sehe das kritisch: Meinem Rechtsverständnis folgend, darf auch ein Staat offensichtliches Diebesgut weder ankaufen oder nutzen. Er stellt sich damit auf jene Stufe mit denen, die er als Hehler benennt und sie zu einer Freiheitsstrafe bis zu 10 Jahren verurteilt. Auch der Staat muss vor dem Gesetz gleich sein. Im Weiteren fördert die Bundesregierung mit diesem Vorgehen ja geradezu den Diebstahl von Geschäfts- und Bankdaten. Jeder, der Zugang zu solchen Informationen hat und feststellt, dass sich damit viel Geld machen lässt, überlegt sich doch, diese Gelegenheit zu nutzen. Ganz klar ausgedrückt: Es werden einem Kriminellen hochoffiziell von einem selbsternannten Rechtsstaat Millionen an Steuergeldern in den Rachen geworfen. Selbstverständlich ist es da für schwarz-gelb, dass der Dieb auch noch ohne entsprechende Strafverfolgung wegen Diebstahls und Verletzung des Bankgeheimnisses bleibt. So weit kann man die Forderung nach unbedingter Strafverfolgung, wie sie Angela Merkel als Begründung für den Kauf angebracht hat, schonmal ausser Kraft setzen.

Dass nun auch die Schweiz entsprechend verschnupft reagiert, kann ich verstehen. Denn in logischer Folge wird die deutsche Regierung, welche von der CD profitierte, den schweizerischen Behörden wohl kaum Amtshilfe zur Verfolgung des Täters leisten. Wohingegen man ja von der Alpenrepublik ganz selbstverständlich genau diese zur Aufklärung deutscher Steuerhinterziehungen erwartete.

Die Bundesregierung legt hier ein selbstgefälliges und vor allem gefährliches Verhalten an den Tag, das nicht nur das Vertrauen der Bürger in das Recht und die Gleichheit vor dem Gesetz ins Wanken bringen könnte – sondern auch entsprechendes Ansehen im Ausland erwirken könnte.

Bleibt für mich abschließend nur die Frage, ob so ein Fall nicht prädestiniert für eine Klärung durch das Bundesverfassungsgericht ist… ein Fehler wäre es nicht, dort mal anzuklopfen. Denn lupenrein ist es ganz sicher nicht.

29. November 2008

Die Helden des deutschen Punk melden sich zurück…

Seit dem 14. November steht die neue Scheibe der Toten Hosen in den Läden, “In aller Stille” heisst das Teil und ist seit vier Jahren das erste Studio-Lebenszeichen der Düsseldorfer.

Der Titel hält nicht ganz, was er andeutet… die Texte sind zwar ernster geworden – Spaßsongs sucht man auf dem Album vergeblich – aber die Musik ist zumeist laut wie eh und je. Campinos Röhre mit dem Wumms der Band – typisch Hosen eben. Und wieder einmal zeigt sich auch, dass die Band mit Vom Ritchie keinen besseren Drummer-Nachfolger für Wölli hätte finden können.

Aber dennoch gibt es auch tatsächlich erstaunlich Leises zu hören… im Duett “Auflösen“, gesungen mit seiner ehemaligen Theaterpartnerin Birgit Minichmayr, schlägt nicht nur Campino ruhige Töne an, sogar die Band zeigt, dass sie auch abseits des Punkrock stilsicher agiert.

Der einzige Wermutstropfen ist die Tatsache, dass den Jungs beim Texten das ein- oder andere Mal die Muse gefehlt zu haben scheint. Ab und zu wirken manche Passagen und Reime wie etwas an den Haaren hergezogen – schade.

Alles in allem eine solide Hosen-Platte, die es sich zu kaufen lohnt – wenn sie auch nicht wirklich an die großen Klassiker-LP’s der Opel-Gang herankommt.

Überblick:

5161E06ekqL-_SL500_AA240_

Die Toten Hosen – “In aller Stille”

Veröffentlicht: 14.11.2008 bei JKP

Laufzeit: 42 Minuten (13 Titel)

Anspieltipp: Angst