Ein Jahr Rover-Fahrer
Heute vor einem Jahr habe ich schweren Herzens meinen alten Ford Escort abgegeben und mich damit von der schönen Cabrio-Zeit verabschiedet. Der TÜV wollte es leider so.
Nachfolger wurde ein Rover 416 Si Lux, Baujahr 1999. Serienmäßig mit Klima- und Alarmanlage, außerdem nachgerüsteter Sitzheizung. Dieser hatte mich während der Besichtigung bei der Vorbesitzerin in Rottenburg sofort in seinen Bann gezogen… unter 100.000 km auf dem Tacho, tadelloser Zustand, günstiger Preis, rostfrei – und dazu dieses absolut edle Innenambiente mit Ledersitzen und Holzdekor. Auch bei der Probefahrt konnte ich keine wirklichen Mängel feststellen. Vom großen Schalke04-Aufkleber auf dem Kofferraumdeckel abgesehen.
Wenige Tage nach dem Kauf hörte ich dann schon die ersten Skeptiker lästern. Von wegen “miese englische Technologie” und “Wohnzimmer auf Rädern”. Tatsächlich zeigten sich in den ersten Wochen nach dem Kauf ein paar kleine Schönheitsfehler, die allerdings nicht dramatisch waren. Der Kühlwasserschlauch hatte einen kleinen Marderbiss, die Zündkerzen waren fertig und an den Auspuff musste ein neuer Endtopf ran. Ein guter Freund von mir hat das Auto dankenswerterweise gleich durchgecheckt und bestätigte mir einen guten Kauf. Schlimmer fand ich in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass die Winterreifen, die montiert waren, uralt, runderneuert und kurz vor dem Kollaps waren. Und ich hatte mich noch über die lauten Fahrgeräusche gewundert.Im Lauf seines ersten Jahres bei mir habe ich dem Rover also neue Sommer- und Winterreifen spendiert, dazu einen neuen Satz (goldfarbene!) Winterradkappen. Passt hervorragend zum “tahitiblau” des Autos, hat so ein bisschen was von Subaru Impreza WRX STi.
Für den Sommer hat das Autochen hübsche Original-Rover-Alufelgen.
Ansonsten kam im Juli ein neuer Leder-Holz-Schaltknauf, sowie Fußmatten in silbergrau – und nach Weihnachten noch ein Pioneer-Autoradio mit Bluetooth-Freisprecheinrichtung. Das alte Blaupunkt, das ich in meinen ersten beiden Autos drin hatte, hat langsam aber sicher den Geist aufgegeben. Zudem ist ein neues Rücklicht bestellt – die Abdeckung auf Fahrerseite hat seit einem kleinen “Fahrfehler” meinerseits leider einen Riss.
Und meine Meinung nun nach einem Jahr Rover? Es ist immer noch ein wunderschönes Auto, auch wenn sich im Alltagsbetrieb ein paar Macken zeigen. Der erste Gang und der Rückwärtsgang hakeln manchmal ziemlich und gehen ab&zu nicht aufs erste Mal rein. Der Motor ist bei höheren Geschwindigkeiten ziemlich laut. Die Schalter der Fensterheber sind irgendwie unlogisch eingebaut… der für das Fahrerfenster befindet sich in der Fahrertür, die drei anderen in der Mittelkonsole. Und der Radioschacht ist sehr eng dimensioniert, wenn man ein Gerät mit vielen Kabeln einbauen will.
Ansonsten ist der Rover mir inzwischen aber ein sehr zuverlässiger Begleiter geworden und durchaus alltagstauglich. Insbesondere der sehr geräumige Kofferraum erstaunt mich immer wieder – diesen kann man durch die umklappbare Rückbank sogar nochmals vergrößern. Und natürlich ist es auch schön, ein Auto zu fahren, das man auf hiesigen Straßen sehr selten sieht – es ist eben was Besonderes.
Wobei ich die Tage mal nochmal durch mobile.de geforstet habe – und feststellte, dass ich inzwischen für ca. 500 Euro Einsatz mehr einen Rover 75 bekommen hätte. Das wäre dann natürlich englische Eleganz pur gewesen.
Aber nichtsdestotrotz bin ich bisher sehr zufrieden – nächsten Monat kommt er zum Frühjahrscheck – dann sollte er fit für ein weiteres Jahr sein! Und mittlerweile, nachdem ich ihn knapp zehntausend km gefahren habe, hat er die 100.000 fast voll. In ca. 2 Wochen wird es wohl soweit sein…
Ach ja… Schalke04 Aufkleber und Schalke04-Nummernschildhalterung waren das erste, was verschwand. Der Kleber wurde durch ein Piratensignet ausgetauscht, die Nummernschildhalterung macht nun Werbung für mein Büro.
Und nein…. mein Schmuckstückchen bekommt von mir keine E10-Brühe verabreicht!


